Was ist Gastritis?

Magenbeschwerden Gastritis

Mit Gastritis wird eine Entzündung der Magenschleimhaut bezeichnet. Unter einer Gastritis leiden viele, vor allem ältere Menschen. Die Häufigkeit der Erkrankung kann nur geschätzt werden, da viele Betroffene unter keinen Symptomen leiden und erst durch Routineuntersuchungen von der Krankheit erfahren. Im Jahr 2010 traten durchschnittlich 1,44 Fälle je 100 Versicherungsjahre von Gastritis und Duodenitis auf (Quelle: Statista/TK). In manchen Berufsgruppen, die starkem körperlichen oder seelischen Stress ausgesetzt sind, ist die Entzündung der Magenschleimhaut bis hin zur Ausbildung eines Magengeschwürs stärker vertreten.

Eine sichere Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Bei Magenbeschwerden sollte frühzeitig der Hausarzt aufgesucht aufgesucht werden.

 

Gastritis Arten

Akute Gastritis  |  Chronische Gastritis  |  Typ A  |  Typ B  |  Typ C  |  Seltene Gastritis-Arten

Akute Gastritis

Die akute Gastritis ist eine kurzzeitige Erkrankung. Als Auslöser einer akuten Gastritis kommen verschiedene Faktoren in Frage. Meist ist Stress, verbunden mit Alkohol oder Schmerzmedikamenten, die Ursache. Oft entsteht sie auch durch eine Lebensmittelinfektion, ausgelöst durch Erreger wie Viren, Bakterien oder Schimmelpilze. Ebenso ist die Ursache im Missbrauch bzw. der Einnahme von bestimmten, die Magenschleimhaut reizenden Substanzen zu finden. Hier kommen Stoffe wie Nikotin, Alkohol oder zu viel Koffein als Entstehungsgrund in Frage. Eine ähnliche Wirkung können auch Schmerzmittel wie ASS (zum Beispiel Aspirin) haben. Weitere Ursachen für eine akute Gastritis können eine Strahlentherapie, Verätzungen, sowie großer psychischer Stress oder körperlicher Stress wie ein Kreislaufschock sein.

Ursachen | Symptome | Behandlung

Chronische Gastritis

Die chronische Gastritis kommt eher schleichend und heilt nicht von selbst aus. Sie ist eine langfristige Magenschleimhautentzündung. Bei der chronischen Gastritis kann man verschiedene Formen unterscheiden, die auf unterschiedliche Arten ausgelöst werden.

Ursachen | Symptome | Behandlung

Typ A Gastritis

Die Typ A Gastritis ist eine Autoimmunerkrankung. An dieser Form der Gastritis erkranken ca. fünf Prozent der Menschen mit chronischer Magenschleimhautentzündung. Die körpereigenen Abwehrzellen, die normalerweise gegen Krankheitserreger kämpfen, richten sich jetzt gegen Zellen des eigenen Körpers. Als Folge der autoimmunen Reaktion kommt es zur Zerstörung der Magenschleimhaut. Oft sind die Beschwerden nur unspezifisch, da die eigentliche Aufgabe des Magens, Nahrung zu zerkleinern und für die Verdauung vorzubereiten, nicht gestört wird. Durch die Zerstörung der Schleimhaut verliert der Magen  nach und nach die Fähigkeit, Säure zu produzieren. Das macht zunächst keine Beschwerden. Allerdings werden auch Zellen zerstört, die für den komplizierten Vorgang des Vitamin B12 Stoffwechsel zuständig sind. Die Folge ist dann ein Vitamin-B12-Mangel mit Blutarmut und neurologischen Störungen. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Magenkrebs ist ebenfalls erhöht, so dass in solchen Fällen eine regelmäßige Magenspiegelung empfohlen wird (alle 2 Jahre).

Zur Behandlung

Typ B Gastritis

Der Erreger, der die Gastritis vom Typ B auslöst, ist das korkenzieherförmige Bakterium Helicobacter pylori. Diese Form der chronischen Gastritis ist die häufigste und macht 85 Prozent der chronisch Erkrankten aus. Es fand bei ihnen irgendwann (meist schon im Kindesalter) eine bakterielle Infektion mit dem Erreger statt. Der genaue Weg der Ansteckung ist noch nicht gänzlich aufgeklärt worden, wahrscheinlich handelt es sich um eine fäkal-orale Übertragung (über Essen und Trinken). Das erstaunliche ist, dass der Keim bei ca. einem Drittel der Deutschen im Magen vorhanden ist, aber nicht jeder Träger des Erregers auch erkrankt. Häufig findet sich auch eine B-Gastritis, ohne dass Helicobacter pylori nachgewiesen werden kann. Bei einer HP-Gastritis steigt das Risiko für Geschwüre in Magen und vor allem Dünndarm. Wie bei der A-Gastritis besteht ein höheres Risiko für bösartige Magenerkrankungen. Eine regelmäßige Kontrolle ist hingegen nicht notwendig.

Zur Behandlung

Typ C Gastritis

Eine weitere Form der chronischen Gastritis, die zehn Prozent der Erkrankten betrifft, ist die chemisch-toxische Gastritis. Sie wird ausgelöst durch Stoffe, die die Magenschleimhaut reizen. Der Grund der Erkrankung sind also schädigende Substanzen. Diese können vom Körper selbst produziert werden wie Magensäure, die bei Stress vermehrt produziert wird oder seltener Gallenflüssigkeit, die bei Gallenreflux in den Magen gelangen kann. Eine schädigende Wirkung können aber auch Medikamente wie Antirheumatika und Schmerzmittel wie ASS (Aspirin) haben. Der Missbrauch von Alkohol im Rahmen einer Abhängigkeit kann ebenfalls als Auslöser fungieren.

Zur Behandlung

Seltene Gastritis-Arten

Weitere fünf Prozent der chronischen Gastritis entfallen auf sehr seltene Magenschleimhauterkrankungen. Hierzu zählen Krankheiten wie die Morbus-Crohn-Gastritis oder die Ménétrier-Gastritis (Riesenfaltengastritis). Eine Gastritis kann aber auch wegen einer Lebensmittelvergiftung durch Bakterien, wie Salmonellen oder durch ständiges Sodbrennen entstehen.

 

Letzte Aktualisierung: 27.01.2014